Instagram oder eigene Website?
Warum sich diese Frage so nicht stellt, was seit Juli 2025 bei Google anders ist und wie beide Kanäle zusammenspielen.
Gerade für kleinere Unternehmen und Selbstständige stellt sich oft die Frage: Reicht ein gepflegtes Instagram-Profil nicht aus, oder braucht es wirklich eine eigene Website?
Die kurze Antwort: Die Frage stellt sich so nicht. Beide erfüllen verschiedene Aufgaben, und wer eine davon weglässt, verzichtet auf etwas, das die andere nicht leisten kann. Der Unterschied liegt tiefer als in Reichweite oder Optik. Reichweite auf einer fremden Plattform ist geliehen. Die eigene Website gehört Ihnen.
Was Instagram gut kann
Instagram eignet sich gut, um schnell und bildstark Kontakt zu einer Zielgruppe aufzubauen, Neuigkeiten zu teilen und persönliche Nähe zu zeigen. Für Kosmetik, Friseure, Gastronomie, Handwerk oder alles Visuelle ist das ein wertvoller Kanal.
Der größte Vorteil: Es ist unmittelbar. Ein gelungenes Ergebnis ist fotografiert und veröffentlicht, bevor jemand eine Seite anfassen müsste. Das Handy reicht.
Wo Instagram an Grenzen stößt
- Wenig Raum für ausführliche Informationen und Erklärungen
- Keine eigene Seite je Leistung, die Google einem Suchbegriff zuordnen kann
- Abhängigkeit von Algorithmus und Plattformregeln
- Kein zentraler Ort für Buchungen, Anfragen oder Referenzen
- Ältere Beiträge sind praktisch nicht mehr auffindbar
- Keine Kontrolle über Reihenfolge und Darstellung
Besonders der vorletzte Punkt wiegt schwer. Wer nach einem halben Jahr eine bestimmte Arbeit zeigen möchte, findet sie im eigenen Feed kaum wieder. Auf einer Website steht sie geordnet in einer Referenzübersicht.
Google zeigt Instagram-Beiträge, aber ohne Struktur
Ein Einwand, der lange galt: Instagram ist für Suchmaschinen unsichtbar. Das stimmt so nicht mehr. Seit dem 10. Juli 2025 lässt Instagram öffentliche Beiträge von Business- und Creator-Konten von Google und Bing indexieren, Feed-Beiträge und Reels, keine Stories. Wer das nicht möchte, schaltet es in den Kontoeinstellungen ab. Angekündigt hat Instagram das im Juli 2025.
Was sich damit nicht ändert: Ein Instagram-Beitrag hat keinen Seitentitel, keine Überschrift und keine Beschreibung, die Sie selbst festlegen. Google zeigt, was es aus der Bildunterschrift zieht. Es gibt keine eigene Seite je Leistung, die zu einer Suche wie „Wimpernverlängerung Kreuzberg“ passt, sondern einen Strom aus Fotos, in dem eine Leistung neben der nächsten steht. Warum Google für jede Leistung eine eigene Seite braucht, steht in Warum findet mich niemand bei Google?
Besitz statt Miete
Auf Instagram sind Sie Gast. Die Regeln macht jemand anderes, und sie ändern sich ohne Ankündigung. Reichweiten brechen ein, weil ein Algorithmus angepasst wurde. Konten werden gesperrt, manchmal versehentlich, und der Weg zurück führt über ein Formular ohne Ansprechpartner. Wer dann nur dieses Profil hat, hat an dem Tag keinen Auftritt mehr.
Auf Ihrer eigenen Website entscheiden Sie, was zu sehen ist, wie es aufgebaut wird und wie lange es bleibt. Niemand kann Ihnen die Seite abschalten, solange Domain und Hosting laufen. Das ist der Unterschied zwischen Besitz und Miete.
Zwei verschiedene Aufgaben
Ein hilfreiches Bild: Instagram ist das Schaufenster an einer belebten Straße. Es weckt Aufmerksamkeit bei Menschen, die gerade vorbeigehen.
Die Website ist der Laden dahinter. Dort informiert man sich in Ruhe, sieht das vollständige Angebot und entscheidet sich. Ein Schaufenster ohne Laden ist ein Bild an einer Wand.
Dazu kommen ganz praktische Dinge, die auf einer Plattform keinen Platz haben: Leistungsbeschreibungen, Referenzen mit Details, Impressum, Datenschutzerklärung, Anfahrt und ein Formular, das Anfragen strukturiert entgegennimmt. Viele Kunden prüfen die Website vor einer Anfrage, auch wenn sie über Instagram auf ein Unternehmen gestoßen sind. Gerade bei größeren Aufträgen wirkt ein Betrieb ohne eigene Adresse unvollständig.
Nicht jede Zielgruppe ist dort
Ein Punkt, der bei der Begeisterung für Social Media gerne untergeht: Ein Teil möglicher Kunden nutzt Instagram gar nicht. Bei handwerklichen Leistungen, medizinischen Angeboten oder Beratung für Unternehmen ist der Anteil oft kleiner, als man annimmt.
Diese Menschen suchen bei Google. Wer dort nicht mit einer eigenen Seite auftaucht, existiert für sie schlicht nicht.
Eigene Zahlen statt Plattform-Statistik
Auf der eigenen Website sehen Sie, welche Seiten gelesen werden, über welche Suchbegriffe Menschen kommen und wo sie abspringen. Diese Zahlen gehören Ihnen, und Sie können danach handeln: eine Leistung ausbauen, eine Frage beantworten, einen Text kürzen.
Instagram zeigt Ihnen, was Instagram zeigen möchte. Welche Kennzahl es im nächsten Jahr noch gibt, entscheidet die Plattform.
Die sinnvolle Kombination
Statt sich zu entscheiden, lohnt sich das Zusammenspiel: Instagram für Reichweite und Nähe, die Website als verlässlicher Anlaufpunkt mit allen Informationen, Referenzen und einem einfachen Weg zur Kontaktaufnahme.
Praktisch heißt das:
- In der Biografie immer ein Link zur eigenen Website
- Gute Arbeiten nicht nur posten, sondern auch in die Referenzen aufnehmen
- Häufige Fragen aus den Nachrichten als Beitrag auf der Website beantworten
- Wichtige Informationen wie Öffnungszeiten oder Leistungen auf der Website pflegen und dorthin verweisen
- Inhalte zuerst für die Website schreiben und dann für Instagram zuschneiden, nicht umgekehrt
So arbeitet jeder Kanal an dem, was er am besten kann. Ein Beispiel aus Berlin-Kreuzberg: Ferays Beauty Bar, ein Kosmetikstudio, das ich laufend betreue. Die Arbeit ist auf Instagram zu sehen, gebucht wird auf der Website: Online-Terminbuchung, Leistungen mit Beschreibung, Anfahrt. Wer das Studio über ein Foto entdeckt, findet den Termin dort, wo er ihn ohne Nachricht und ohne Rückfrage festmachen kann.
Eine Website, die das leistet, baue ich im Komplettservice: Struktur, Texte, Bilder, Terminbuchung oder Anfrageformular, danach die laufende Betreuung. Das Angebot dafür steht vor dem Bau mit allem drin, danach kommt nichts dazu.
Fazit
Instagram bringt Aufmerksamkeit, die Website macht daraus Anfragen. Wer beide Stärken nutzt, verlässt sich nicht ausschließlich auf einen Kanal, den er nicht selbst kontrolliert. Die Website ist der Teil, der bleibt, auch wenn die Plattform ihre Regeln ändert.
Instagram behalten, Website dazu
Ich baue Ihnen keine Website, die Instagram ersetzen soll, sondern eine, die das auffängt, was dort verloren geht: Suchanfragen, Termine, Kunden ohne Konto. Schreiben Sie mir per WhatsApp, rufen Sie an unter 030 54906555 oder nutzen Sie das Kontaktformular.