Was macht modernes Webdesign aus?
Modernes Webdesign ist mehr als ein hübsches Layout. Es verbindet Klarheit, Geschwindigkeit und Vertrauen zu einer Seite, die Besucher zum Ziel führt.
„Modern" wird im Webdesign oft mit auffälligen Animationen oder dem Trend des Jahres gleichgesetzt. Tatsächlich steckt hinter gutem, zeitgemäßem Webdesign vor allem eines: Klarheit.
Eine moderne Website ist nicht die auffälligste, sondern die, auf der ein Besucher in wenigen Sekunden versteht, worum es geht und was er als Nächstes tun kann.
Struktur vor Dekoration
Eine moderne Website führt Besucher durch die Inhalte, ohne dass sie nachdenken müssen. Die wichtigsten Informationen stehen sichtbar und schnell auffindbar da: Was bieten Sie an? Für wen? Wie nimmt man Kontakt auf?
Was dagegen aus der Mode gekommen ist: Inhalte hinter Effekten zu verstecken, Menüs mit fünfzehn Punkten und Startseiten, die erst nach dreimal Scrollen verraten, um welches Geschäft es überhaupt geht.
Die wichtigsten Merkmale
Zeitgemäßes Webdesign lässt sich an einigen Punkten festmachen, die unabhängig von Geschmack und Branche gelten:
- Klare visuelle Hierarchie: Überschriften, Text und Schaltflächen sind eindeutig unterscheidbar
- Großzügiger Weißraum statt überladener Seiten
- Schnelle Ladezeiten, besonders auf dem Smartphone
- Konsistente Farben und Schriften, die zur Marke passen
- Gut lesbare Schriftgrößen, auch für ältere Augen
- Ausreichend große Schaltflächen für die Bedienung mit dem Daumen
Nichts davon ist eine Modeerscheinung. Diese Punkte funktionierten vor fünf Jahren und werden in fünf Jahren noch funktionieren.
Zuerst das Handy, dann der Bildschirm
Bei den meisten kleinen und mittleren Unternehmen kommt die Mehrheit der Besucher über das Smartphone. Trotzdem werden viele Websites noch immer am großen Bildschirm entworfen und danach mühsam verkleinert.
Der umgekehrte Weg führt zu besseren Ergebnissen: zuerst entscheiden, was auf einem schmalen Bildschirm unbedingt sichtbar sein muss, und erst dann ergänzen, was auf einem breiten Platz findet. Was den Test auf dem Handy besteht, funktioniert am Bildschirm ohnehin.
Geschwindigkeit ist Gestaltung
Ladezeit wird meist als technisches Thema behandelt. Für den Besucher ist sie Teil der Gestaltung: Eine Seite, die drei Sekunden weiß bleibt, wirkt unabhängig von ihrem Aussehen unprofessionell.
Der häufigste Grund für langsame Websites sind unkomprimierte Fotos. Ein einziges Bild direkt aus der Kamera kann mehrere Megabyte wiegen und im Mobilfunknetz die ganze Seite ausbremsen. Richtig aufbereitet sind es wenige hundert Kilobyte, ohne sichtbaren Unterschied.
Vertrauen entsteht im Detail
Kleinigkeiten wie eine einheitliche Bildsprache, funktionierende Verweise und ein aufgeräumtes Kontaktformular wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Sie entscheiden aber darüber, ob ein Besucher Ihrem Unternehmen vertraut.
Besonders wirksam sind echte Fotos. Eine Website mit Bildern des tatsächlichen Betriebs, der Räume und der Menschen wirkt sofort anders als eine mit gekauften Motiven, die auf hundert anderen Seiten ebenfalls stehen.
Zugänglich für alle
Ein Punkt, der lange als Sonderthema galt und inzwischen zum guten Handwerk gehört: Eine Website sollte auch dann bedienbar sein, wenn jemand schlecht sieht, keine Maus benutzt oder auf eine Vorlesefunktion angewiesen ist.
Das Gute daran ist, dass fast alles davon ohnehin allen hilft: ausreichender Kontrast, klare Beschriftungen, sinnvolle Alternativtexte für Bilder, eine Bedienung, die auch mit der Tastatur funktioniert.
Was Gestaltung mit Google zu tun hat
Design und Sichtbarkeit werden oft getrennt betrachtet. Tatsächlich hängen sie zusammen: Suchmaschinen bewerten unter anderem, wie schnell eine Seite lädt, ob sie auf dem Handy funktioniert und ob Besucher schnell wieder abspringen.
Eine klar aufgebaute Seite mit sinnvollen Überschriften ist zugleich eine Seite, die eine Suchmaschine gut einordnen kann. Gute Gestaltung und gute Auffindbarkeit sind keine Gegensätze, sondern dieselbe Sorgfalt aus zwei Blickwinkeln.
Trends: nützlich oder nur laut?
Jedes Jahr bringt neue Gestaltungsmoden. Manche setzen sich durch, weil sie ein echtes Problem lösen. Andere verschwinden, weil sie nur auffallen wollten.
Ein einfacher Prüfstein hilft: Macht diese Idee es für den Besucher leichter oder schwerer? Eine Animation, die eine Reihenfolge verdeutlicht, ist nützlich. Eine, die drei Sekunden lang das Lesen verhindert, ist es nicht.
Die ersten Sekunden entscheiden
Besucher urteilen sehr schnell. In den ersten Augenblicken entsteht ein Eindruck, der danach nur noch bestätigt wird. Deshalb zählt der sichtbare Bereich ohne Scrollen mehr als alles Übrige zusammen.
Drei Fragen sollten dort ohne Nachdenken beantwortet sein:
- Was bietet dieses Unternehmen an?
- Bin ich hier richtig, also gilt das auch für meinen Fall und meine Region?
- Was kann ich als Nächstes tun?
Erstaunlich viele Startseiten beantworten keine davon. Stattdessen steht dort ein Begrüßungssatz, ein Stimmungsbild und ein Menü. Wer die drei Fragen klärt, hat den größten Teil moderner Gestaltung bereits erledigt.
Schrift ist die halbe Gestaltung
Auf einer normalen Unternehmenswebsite besteht der weitaus größte Teil der Fläche aus Text. Trotzdem wird über Schrift selten gesprochen, während über Farben lange diskutiert wird.
Dabei entscheidet sie unmittelbar über die Lesbarkeit: eine Größe, die auch auf dem Handy ohne Zoomen funktioniert, ausreichender Zeilenabstand, Zeilen, die nicht über die halbe Bildschirmbreite laufen, und genügend Kontrast zum Hintergrund.
Hellgraue Schrift auf weißem Grund sieht auf dem Bildschirm des Gestalters elegant aus. Für einen Sechzigjährigen am Küchentisch ist sie schlicht nicht lesbar.
Farben tragen mehr Bedeutung als gedacht
Farbe wird meist als Geschmacksfrage behandelt. Tatsächlich erfüllt sie auf einer Website eine Aufgabe: Sie zeigt, was anklickbar ist, was zusammengehört und was wichtig ist.
Deshalb ist weniger auch hier mehr. Eine Hauptfarbe für Handlungen, eine ruhige Grundfarbe für Flächen, dazu Abstufungen für Text. Wer fünf gleichberechtigte Farben einsetzt, nimmt jeder einzelnen ihre Signalwirkung.
Wichtig ist außerdem, dass Farbe nie die einzige Information ist. Ein rot markiertes Pflichtfeld erkennt niemand, der Rot nicht von Grün unterscheiden kann. Ein zusätzlicher Hinweis in Textform löst das.
Fazit
Modernes Webdesign bedeutet nicht, jedem Trend zu folgen, sondern die Bedürfnisse der Besucher konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.
Wer klar strukturiert, schnell lädt, ehrlich zeigt, wer hinter dem Unternehmen steht, und die Kontaktaufnahme leicht macht, hat eine Website, die auch in fünf Jahren noch zeitgemäß wirkt.
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